Erster Lehrgang für Einsatztaucher Stufe 1 in der Kreiswasserwacht München

Erster Lehrgang für Einsatztaucher Stufe 1 in der Kreiswasserwacht München

Einsatztaucher – mit einer Grundausbildung Tauchen im Urlaub ist diese Ausbildung nicht vergleichbar. Denn ein Einsatztaucher muss viel mehr lernen und üben als ein normaler Hobbytaucher.

Als Grundlage haben unsere Taucher Stufe 1 den Grundkurs CMAS* absolviert und danach das gesamte Jahr über regelmäßig, kontrollierte Tauchgänge absolviert. Im See, wie auch im Schwimmbad wurde mit den Praxisanleitern geprobt, wie sie mit Gefahrensituationen unter Wasser umgehen, um z.B. ihre Vollgesichtsmaske zu wechseln. Auch die Wechselatmung zweier Taucher mit einem Atemregler wird hier für den Ernstfall geprobt. Leinenzieltauchen und die Arbeit als Signalmann am anderen Ende der Leine ist ebenso ein wichtiger Bestandteil. Der Signalmann kann dem Taucher mittels Kabel Sprachnachrichten geben und die Rückmeldungen des Tauchers empfangen. Allerdings kann dieses System auch ausfallen, weswegen sich Taucher und Signalmann auch mittels Leinenzugzeichen verständigen müssen.

Um die Ausbildung abzurunden bekamen die Taucher eine umfangreiche theoretische Schulung. Gerätekunde, Funktionscheck der Tauchgeräte, Zeichensprache, Wirkung des Drucks und der Drucksteigerung wie auch des Druckabfalls sind nur ein kleiner Auszug aus den Theorieunterlagen.

Um diese Ausbildung abzuschließen fand dieses Wochenende die Prüfung zum Einsatztaucher Stufe 1 statt. Hierbei wurden nach einem schriftlichen Test mehrere Einsatzszenarien absolviert. Das Auffinden eines Gegenstandes in 30m Entfernung, Gefahrensituationen abarbeiten, Zieltauchen und das Verbinden unterschiedlicher Leinen unter Wasser.

14 neue Einsatztaucher

14 der 19 Teilnehmer bestanden die Theorie- und Praxisteile der Prüfung und können ab sofort als Einsatztaucher der Kreiswasserwacht München und der Wasserwacht Ingolstadt eingesetzt werden.

Dieses Tauchkursmodell wurde zum ersten Mal in der Kreiswasserwacht München durchgeführt. Nur durch die Ausbildung der 10 neuen Praxisanleiter im Frühjahr war diese groß angelegte Ausbildung innerhalb eines knappen Jahres möglich. Früher mussten angehende Einsatztaucher circa zwei Jahre einplanen, um alle Ausbildungseinheiten zu absolvieren und sich viele Wochenenden Zeit nehmen, um diese Ausbildung zu schaffen. Für die ehrenamtlichen Helfer eine kaum zu meisternder Zeitaufwand.

Wir danken allen Helfern, Ausbildern, Praxisanleitern für Ihren Einsatz und die gute Organisation dieses Kurses.

Jahresrückblick der Wasserwacht München

Turbulent startete die Wachsaison im Mai mit einer Hochwasser führenden Isar. Allen Warnungen zum Trotz kam es Ende Mai zu mehreren Großeinsätzen am Fluss.

Einer davon war ein vermisstes Mädchen an der Münchner Isar. Ein Vater alarmierte die Wachcrew vor Ort, er findet seine Tochter nicht mehr. Sofort wurde eine großangelegte Suchaktion zusammen mit Polizei, Rettungsdienst und der Feuerwehr gestartet. Glücklicherweise konnte das Mädchen durch die Besatzung der Wasserwacht auf Höhe der Großhesseloher Brücke gefunden und dem erleichterten Vater übergeben werden.

Dies ist ein Einsatz, von 19 Vermisstensuchen, die durch die Wasserwacht München diesen Sommer durchgeführt wurden. Vermisste Kinder werden von Eltern gemeldet oder Freunde kommen an die Station am See, denn einer aus der Gruppe ist schon zu lange schwimmen.

Zu Vermisstensuchen am Wasser werden die Schnelleinsatzgruppen (SEG’n) der Wasserwacht München mit alarmiert. Egal ob Tag oder Nacht, eine vermisste Person löst immer einen Großeinsatz aus. Die ehrenamtlichen Helfer lassen alles stehen und liegen und eilen zur Station, um den Einsatz zu unterstützen. Gemeinsam mit den Feuerwehren, der DLRG und dem Rettungsdienst wird die Suche mit Schnorchlern, Tauchern und Rettungskräften gestartet, immer in der Hoffnung, die Person schnellstmöglich zu finden.

21 mal schrillte in den letzten fünf Monaten der Piepser für die Helfer der Schnelleinsatzgruppen.

An einem anderen sonnigen Tag, am Langwieder See kam es zu einer weiteren dramatischen Szene. Ein Taucher kam mit einem Notaufstieg in eine lebensgefährliche Situation. Zwar schaffte er es noch selbständig an Land zu kommen, doch kurz darauf setzte die Atmung aus. Die alarmierte Schnell-einsatzgruppe begann augenblicklich mit der Reanimation, die bis zum Eintreffen der Rettungskräfte fortgesetzt wurde. Leider verstarb der Patient später im Krankenhaus.

Insgesamt konnte die Wasserwacht München in dieser Saison 10 Menschenleben retten, durch Einsätze während dem Wachdienst, wie auch der Alarmierung der zwei Schnelleinsatzgruppen.

Wachdienst und die Alarmierung der SEG, man könnte meinen das ist genügend Action für die Wasserwachtler. Aber es gibt noch viel mehr, was die Helfer ehrenamtlich leisten. Verschiedene Absicherungen und Sanitätsdienste werden nebenher besetzt. Das Münchner Blaulichtfestival, der Muddy Angel Run, das Unterföhringer Bürgerfest, oder auch das Langstreckenschwimmen an der Regattastrecke sind nur vier der vielen unterschiedlichen Dienste, die die Helfer neben den Wachdiensten besetzen.

Über 42.000 Stunden waren die Helfer für die Münchner Bevölkerung im Einsatz. Ehrenamtlich, unentgeltlich und in unserer Freizeit sind wir an den Badeseen rund um München, an der Isar und dem Unterhachinger Freibad im Notfall zur Stelle.