Eisrettungsübung am Langwieder See

Das betreten der Eisflächen in und um München ist immer noch sehr gefährlich. Das Eis ist zu dünn und die Gefahr des Einbruchs ist extrem hoch.

Deswegen übte die Wasserwacht München-West gestern, am 23.01.2021, unter strengen Hygieneregeln die Rettung aus dem Eis, sowie das Eistauchen. Nur so können sie im Notfall schnellstmöglich Hilfe leisten.

Sobald der Notruf über eine Person im Eis eingeht, muss es schnell gehen. Die Temperatur des Verunfallten sinkt schnell rapide ab und er kann innerhalb kürzerster Zeit das Bewusstsein verlieren.

Zur Rettung wird ein Eisrettungsschlitten verwendet. Seine breite Fläche verhindert ein weiteres Einbrechen ins Eis und schützt so Helfer und Patient. Am Eisloch angekommen wird die Person im Wasser mit Nylon-Gurten gesichert und auf den Schlitten gezogen. Sobald er gesichert ist, ziehen die Helfer an Land den Schlitten zurück ans Ufer und der Patient wird versorgt und an den Rettungsdienst übergeben.

Doch auch das Eistauchen muss regelmäßig geübt werden, damit der Taucher einen Patienten aus dem Wasser retten kann, der unter die Eisfläche gerät. Der Einsatztaucher ist während seines Tauchgangs kontinuierlich an einem Seil gesichert und hat die ganze Zeit eine Sprechfunkverbindung zu seinem Leinenführer.

Aus Gründen der Lesbarkeit wurde im Text die männliche Form gewählt, nichts desto trotz beziehen sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter. Bei der Wasserwacht haben wir glücklicherweise viele Frauen und Männer, die diese schwierigen und zeitintensiven Ausbildungen absolvieren.

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Eisflächen sind nicht tragfähig: es herrscht Lebensgefahr

Die kalten Temperaturen der vergangenen Tage haben dazu geführt, dass sich auf einigen Seen in Bayern eine Eisschicht gebildet hat. Doch vielerorts sind die Eisflächen noch nicht tragfähig. Das heißt die Eisdecke ist zu dünn und es besteht Lebensgefahr. Aufgrund der niedrigen Wassertemperaturen verliert ein ins Eis eingebrochener Mensch innerhalb kurzer Zeit das Bewusstsein und läuft Gefahr zu ertrinken.

Warnung: Eisflächen nicht betreten!

Im Notfall Hilfe unter der Nummer 112 anrufen!

Die Wasserwacht-Bayern rät dringend folgende Regeln für den Ernstfall zu beachten:

-> Laut um Hilfe rufen.
-> In jedem Fall vermeiden, dass man unter das Eis gerät.
-> So wenig wie möglich bewegen, um möglichst wenig Körpertemperatur zu verlieren.
-> Sofort Hilfe holen über die Notrufnummern 112.
-> Die eingebrochene Person beruhigen.
-> Nur mit Hilfe von Hilfsmitteln wie Rettungsring, Leitern (teilweise an Seen am Uferbereich vorhanden), Ästen, Abschleppseil oder ähnliche Gegenstände, die zur Verfügung stehen, die eingebrochene Person absichern.
-> Nur ans eisige Wasser gehen, wenn sie selbst über eine dritte Person mit einem Seil gesichert sind.
-> Den Verunfallten an Land bringen, in der stabilen Seitenlage lagern und vor Kälte schützen, bis der herbeigerufene Rettungsdienst eintrifft.

Rund um die Uhr für Euch im Einsatz

Die ehrenamtlichen Wasserretter und die Schnelleinsatzgruppen der Wasserwacht-Bayern sind rund um die Uhr für Notfälle auf dem Wasser und die Eisrettung mit Wasserrettern und Einsatztauchern einsatzbereit.