Am 04.07.2020 kam es zu dramatischen Szenen an der Isar. Innerhalb von vier Stunden sind 11 Schlauchboote, mit insgesamt 32 Personen an Bord in der Isar gekentert. Ein Einsatz nach dem anderen, hält die Einsatzkräfte der Wasserwacht des Münchner Roten Kreuzes, Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei auf Trab. Diverse Schlauchbootfahrer, gefangen in der Wasserwalze an der Marienklausenbrücke. Ein Boot wurde gegen verkeilte Baumstämme an der Thalkirchner Brücke getrieben und stark beschädigt. Die Bootsbesatzung wurde mit Hilfe der Wasseracht ans Ufer gebracht. Eine Person wurde gar mit der Seilwinde des Helikopters an der Marienklausenbrücke aus der Wasserwalze gerettet. Nur die wenigsten konnten sich selbst an Land retten.

Die Gefahren der Isar werden regelmäßig unterschätzt. Leichtsinnige Hobbykapitäne ignorieren den erhöhten Wasserstand, obwohl das braune, trübe Wasser alles andere als einladend erscheint. Hauptsache man kann beim Sonnenschein auf die Isar, wer dabei in Gefahr gerät ist zweitrangig. Denn nicht nur die Schlauchbootcrews sind in Gefahr, wenn etwas schief geht, auch für alle Helfer sind dies sehr gefährliche Situationen.

An Wehrkanten bilden sich lebensgefährliche Wasserwalzen, die alles was darin gefangen ist, immer wieder zur Kante zurück spülen. Wie in einer Waschmaschine wird man immer wieder im Kreis und unter Wasser gedrückt und hat kaum eine Chance zu entkommen. Treibgut ist genauso in der Walze gefangen, was die Verletzungsgefahr stark erhöht, ganz zu schweigen, von der Gefahr zu ertrinken. An der Marienklausenbrücke, wie auch am Flaucher befinden sich zwei dieser Wehrkanten, dazu kommt, dass die Floßrutsche durch die Stadt München an der Marienklausenbrücke gesperrt wurde und somit die Schlauchboote an dieser Stelle aus dem Wasser müssten. Am Flaucher ist das Bootfahren ganz verboten, aber auch das hält manche Hobbykapitäne nicht auf und sie fahren die Wasserfälle hinab, in die nächste Wasserwalze.

Eine weitere Gefahr ist Treibgut im Wasser. Dies kann entweder das Boot beschädigen, weil man es im Wasser nicht sieht, andererseits verkeilt es sich an Brückenpfeilern. Ein Boot, das in solch eine Verblockung getrieben wird, wird vom scharfkantigen Holz aufgeschlitzt, die Besatzung eventuell unter das Holz gezogen.

Deswegen erneut der Apell der Wasserwacht des Münchner Roten Kreuzes, bei erhöhtem Wasserstand (das Wasser ist braun und trüb) nicht in die Isar zu gehen. Weder zum Schwimmen noch zum Schlauchbootfahren.

Die Wasserwacht weist eindringlich auf die Gefahr für Kinder hin. Kinder sollen vom Wasser ferngehalten werden, sie unterschätzen die Strömungsgeschwindigkeit und erkennen die Gefahren der Wasserwalzen nicht. An der Marienklausenbrücke springen Kinder gerne vom Rand aus in die Isar, dies ist schon bei leicht erhöhtem Wasser eine große Gefahr für Kinder, die gegen die Wassermassen nicht ankämpfen können.

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